WestLB Trust GmbH & Co. Trust 4 KG: KSK Köln einigungsbereit

Rechtsgebiet:           Bank- und Kapitalmarktrecht

Im Juni und Oktober 2013 hatten wir von Verfahren vor dem LG Köln und dem OLG Köln berichtet, in denen die Kreissparkasse Köln zur Rückabwicklung eines WestLB Trust 4 – Geschäfts verurteilt wurde. Die Klägerin erhielt seinerzeit ihren gesamten Anlagebetrag zzgl. des gezahlten Agio sowie der Prozesskosten zurück, Zug um Zug gegen Übertragung des Fonds-Anteils an die Kreissparkasse Köln.

Unter dem Eindruck des beschriebenen Verfahrens zeigte sich die Kreissparkasse Köln nunmehr in einem weiteren Verfahren zum WestLB Trust 4-Fonds einigungsbereit. Sie stellte sich der Kritik eines weiteren Anlegers und erstattete auch ihm den vollständigen Anlagebetrag nebst Agio sowie die Verfahrenskosten. Im Gegenzug wird der Kreissparkasse Köln der Fonds-Anteil übertragen.

Ähnlich wie in den Vorprozessen hatte der Anleger der Kreissparkasse Köln vorgeworfen, ihn fehlerhaft beraten zu haben. Sie hatte es versäumt, den Anleger über das sehr spekulative Geschäftsmodell des WestLB Trust 4 sowie das damit verbundene sehr hohe Verlustrisiko aufzuklären. Bei dem Kläger handelte es sich um einen konservativen, nicht risikobereiten Anleger, der die Empfehlung eines passenden Anlageproduktes erwartet hatte. Auch hatte der Anleger der Kreissparkasse Köln den Vorhalt gemacht, ihn nicht richtig über die Vereinnahmung von Provisionszahlungen unterrichtet zu haben.

Anders als in den früheren Verfahren zeigte sich die Kreissparkasse Köln einsichtig und ersparte dem Anleger den Gang durch die Instanzen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Kreissparkasse Köln einen grundsätzlichen Sinneswandel im Hinblick auf die Schadensersatzansprüche der WestLB Trust 4-Anleger vollzogen hat oder ob die geschilderte freiwillige Zahlung ein Einzelfall bleibt.

18.03.2014

Rechtsanwalt Milobara

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